100 Jahre Gottfried Böhm

Herzlichen Glückwunsch Gottfried Böhm

Am 23. Januar feiert Architekt Gottfried Böhm seinen 100. Geburtstag. In Architekturkreisen gilt er als einer der bekanntesten Baumeister der deutschen Nachkriegszeit. Er baute etwa 55 Kirchen, etwa 30 davon stehen in Köln und im Rheinland.
Böhm studierte in den 1940er Jahren Architektur und Bildhauerei an der TH und der Akademie der Bildenden Künste in München. Sein wohl bedeutendstes Werk ist die Wallfahrtskirche "Maria, Königin des Friedens" in Velbert-Neviges. Der Beton-Dom, der sich unauffällig in das Stadtbild einprägt, entstand zwischen 1966 und 1968. Der Mariendom ist jedoch nicht das einzige Werk des renommierten Architekten in Velbert. Bereits in den 1950er Jahren entstand die Kirche St. Paulus in Velbert-Mitte. Im Jahr 1986 wurde Gottfried Böhm als bisher einzigem deutschen Architekten zu Lebzeiten der hoch angesehene Pritzker-Preis verliehen. Zu Ehren des renommierten Architekten  gibt es in Köln und der Region dieses Jahr das Kulturprojekt "BÖHM100".
Programm "Böhm 100"

Wallfahrtsdom "Maria, Königin des Friedens"

Der ungewöhnliche Sakralbau gilt als eines der bedeutendsten Beispiele neuzeitlicher Kirchenarchitektur und ist nach dem Kölner Dom die zweitgrößte Kirche im Erzbistum, in der sich über 6.000 Menschen versammeln können. Das weltbekannte Gotteshaus auf einer Grundfläche von mehr als 2.000 Quadratmetern erhebt sich eine reine Betonkonstruktion, deren frei tragendes 2.700 Quadratmeter großes Faltwerkdach über einem unregelmäßigen Grundriss (50 m x 37 m) architektonisch einmalig ist.
Große, farbige Flächenfenster (Entwurf Prof. Gottfried Böhm), alle unterschiedlich in der Größe und Form, geben der massiven Schwere des grauen Betonkörpers eine lichtvolle Transparenz.

Vom 18. Januar bis 26. April findet im DAM in Frankfurt findet eine kleine Ausstellung im Foyer zum Mariendom statt.

Link zur DAM-Ausstellung 

St. Paulus Velbert

Deutlich früher als der Nevigeser Mariendom entstand die Kirche St. Paulus in Velbert-Mitte. Bereits 1955 wurde das Frühwerk Böhms erbaut. Die Architektur von St. Paulus unterscheidet sich grundsätzlich von der Beton-Massivität des Mariendoms. Die Bauweise ist typisch für die Hängearchitektur der 1950er Jahre. Dank seiner ungewöhnlich schwungvollen Dachform wird die Kirche auch scherzhaft "Die Sprungschanze Gottes" genannt.

 

 

50 Jahre Mariendom

Im Jahr 2018 feierte der Mariendom seinen 50. Geburtstag. Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die alte Wallfahrtskirche den Strom der Pilger nicht mehr fassen konnte. So entstand die Idee einer neuen, modernen Kirche. Der Entwurf vom Kölner Architekten Gottfried Böhm setzte sich durch und wurde in 3 Jahren Bauzeit verwirklicht. Am 22. Mai 1968 wurde die Kirche durch den chinesischen Bischof Vitus Chang auf den Titel „Maria, Königin des Friedens“ geweiht. Seitdem ist sie das Zuhause des Gnadenbilds der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria. Der moderne Betonbau im Stil des Brutalismus fand zwar zunächst nicht bei allen Anklang, prägt aber inzwischen das Stadtbild von Neviges.

Bildnachweis: "Bilder Wallfahrtsdom" © Velbert Marketing GmbH - schlesselmann-fotografie.de; St. Paulus © Kirchengemeinde St. Michael und Paulus